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Izmailovsky Markt – Zwischen Matrioschkas, Bärenfellmützen und Kalaschnikows

Izmailovsky Markt – Zwischen Matrioschkas, Bärenfellmützen und Kalaschnikows
06 September 2016

Wer schon einmal in den Genuss einer Russlandreise gekommen ist, weiss, dass in kaum einer grösseren Stadt Europas Zeitgeschichte und Moderne imposanter und kompromissloser aufeinander prallen, als in Moskau. Der Izmailovsky Markt ist ein gänzlich bezeichnender Ort für dieses städtebildliche Gefälle.

Der quirlige Markt, welcher überwiegend für Touristen und weit gereiste Russische Gäste seine Türen durchgehend geöffnet hat, befindet sich 30-40 Minuten ausserhalb des unmittelbaren Stadtzentrums und ist via Metrostation Partizanskaya angenehm zu erreichen. Von der Metrostation sind es noch rund 5 Minuten Fussweg bis zum Marktgelände, wobei man bloss der Menschenmenge folgen muss, welche an sonnigen Tagen in das Kuriositäten- und Souvenirdorf im Osten Moskaus strömen.

Bereits auf dem Hinweg, steigt dem Besucher ein rauchiger Geruch saftiger Schaschlikspiesse und triefender Lachsfilets in die Nase, bevor sich die kleinen, dunkeln Holzstände am Eingangstor der Lokalität abzeichnen. Auf den ersten Blick hinterlässt der Izmailovsky Markt den Eindruck eines über Jahre hinweg verlassen Vergnügungsparks, welcher wohl seiner Verschrobenheit wegen zu einem der beliebtesten Touristenmagneten der Russischen Hauptstadt avencierte.

Der Markt unterteilt sich grob in zwei Areale: nach dem Eintreten in das Gelände, werden die Bedürfnisse nach klassischen Russischen Mitbringsel, wie von Hand verzierte Matrioschkafiguren, jede erdenkliche Art von Fellbekleidung, sowie kleine Büsten und Kaffeetassen verziert mit Konterfeis gestriger Anführer der Zarendynastie, des Sovjetregimes und der heutigen Machthaber, im Überfluss gestillt.

Durchquert man die engen Budengänge immer weiter ins Innere des Marktes, öffnet sich dem Besucher die Tür in eine vergangene Zeit: vergilbte Sovjetpässe und Unmengen an Verdienstorden der Roten Armee, genuine Zeitungen aus den Jahren des vaterländischen Krieges, funktionstüchtige Waffen und Kriegszubehör, sozialistische Literatur und in die Jahre gekommenes, landwirtschaftliches Arbeitsgerät. Im hinteren Teil des Izmailovsky Markt erlebt die Sovjetunion gänzlich ihre Renaissance.

Je nach Bedarf und Ausdauer, kann das Stöbern und Flanieren durch den Basar eine Stunde bis ganze Nachmittage verschlingen. Ist man als auswärtiger Besucher Moskaus auf der Suche nach preiswerten oder zumindest im Preis verhandelbaren Erinnernungsstücken aus der Neuzeit und der sozialistischen Periode Russlands, ist der Izmailovsky Markt eine prädestinierte Ausflugsdestination. Alleine schon des Erlebnisses wegen lohnt es sich, einen kurzen Abstecher zum berühmtesten Markt Moskaus einzulegen.

 

Till M. Widmer, currently studying Russian at Liden & Denz Moscow

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