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Bei Liden & Denz getroffen: Rudolf Krauer, ehemaliger Chef von Schutz & Rettung Zürich

22 June 2011

Weshalb haben Sie sich entschieden, in St.Petersburg russisch zu lernen? Durch meine Arbeit als Direktor von Schutz & Rettung Zürich konnte ich auch internationale Kontakte zur Feuerwehr St Petersburg und der hiesigen Feuerwehrsuniversität knüpfen. Aus diesen Kontakten entwickelten sich mit den Jahren Freundschaften. Da ich mich nun mehrmals pro Jahr privat in St Petersburg aufhalte und nun auch eine Niederlassungsbewilligung besitze, ist der grosse Wunsch entstanden, dass ich mich mit meinen Freunden in Ihrer Sprache unterhalten kann. Wird die russische Sprache für Ihren Beruf eine Rollen spielen? Wenn ja, welche? Als ich mich für diese Zeit über die weissen Nächte für 6 Wochen anmeldete, wusste ich noch nicht, dass ich auf Ende Mai meine Stelle verlieren würde. Nun, da ich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht weiss, wo ich zukünftig tätig sein werde, sind diese Sprachkenntnisse für mich auf dem Arbeitsmarkt sicher ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Russland als wichtiger Rohstofflieferant wird in Zukunft sicher noch mehr an Bedeutung gewinnen.
Können Sie sich an Ihren ersten Kontakt mit der russischen Sprache erinnern? Wann und wo war das? Ich war im September 2001 das erste Mal in St Petersburg. Ich werde das Datum kaum vergessen da ich im Kaufhaus Gostiny Dwor über den Anschlag auf die Twintowers telefonisch unterrichtet wurde. Ich war hier mit einem Teil der Geschäftsleitung von Schutz & Rettung, im Anschluss an eine Geschäftsreise ins benachbarte Helsinki. Damals hatte ich keine Ahnung, was die kyrillischen Buchstaben bedeuteten. Was war Ihr erster Eindruck von St.Petersburg? Die Sehenswürdigkeiten in Anzahl und Schönheit waren überwältigend. Auch die Stadt und deren Aura ist sehr speziell. Die russische Gastfreundschaft und was hier Freundschaft bedeutet, lernte ich aber erst viel später kennen. Welche Aspekte der russischen Sprache sind einfach zu lernen? Die Verbformen der Zukunft und Vergangenheit sind relativ einfach. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn sich das mit zunehmenden Sprachkenntnisse noch änderte. Was ist besonders schwierig? Russisch ist ein Sprache, deren Melodie stimmen muss, sonst wird man nicht verstanden. Die Buchstaben und deren Aussprache sind für einen Westeuropäer schon eine Herausforderung. Könnten Sie sich vorstellen, in Russland zu leben und arbeiten? Eigentlich würde ich gerne zwischen der Schweiz und Russland pendeln. Für uns verwöhnte Schweizer ist es allerdings nicht ganz einfach, mit einer sehr anderen Geschäftsmentalität umzugehen. Im Moment gefällt es mir hier einfach enorm gut. Für mich ist diese Zeit hier oben in St Petersburg während der weissen Nächte der absolute Hammer. Was mir auch gefällt: jede Woche kann ich besser mit meinen Freunden kommunizieren. Ich erlebe die Stadt völlig anderes als bei meinem ersten Besuch 2001. Heute ist St.Petersburg meine Lieblingstadt geworden und meine zweite Heimat. Ich werde auch in Zukunft regelmässig hier sein, auch um meine Sprachkenntnisse weiter zu vertiefen.

This post is also available in: Deutsch (German)

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